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Die Erben der Wüste


Hermano, Spoiler

Hermano 1, 27.0k

Hermano 2, 27.3k
Was hat den Rock aus der Wüste einst so reizvoll für „aufgeklärte“ Popper erscheinen lassen, denen bei jedem sonstigen Gitarrensoli eigentlich der CD Player selbst zu springen beginnt. Nun die Soils können es nicht gewesen sein, genauso wenig wie überladener schwerer Gitarren-Macho-Gestus der dennoch zu KYUSS und Konsorten dazu gehört, wie Strom zum Bassverstärker. Aber worin bestand wohl dann der Reiz von Desert Rock und Verquickung sämtlicher Bands und Projekte zu einem großem Tiegel ausgefuchster Gitarrenkreativität? Die so genannten „DESERT SESSIONS“ als Ergebnis und bezeichnendes „offenes Bandgefüge“, indem Musiker von NIRVANA, SCREAMING TREES, KYUSS, WEEN bis hin zu JUDAS PREAST oder SOUNDGARDEN eine Plattform zum Austoben fanden, mögen in ihrer konsequenten Offenheit als Antwort herhalten, die vor ernst zu nehmender Gelassenheit von nichts zu übertreffen schien. Schwere rollende und jammernde Gitarren die dennoch von derartiger Leichtigkeit beseelt den Heavy Metal der Besserwissenden repräsentierten.

Als wohl wichtigste Geburt für derart verrücktes Untergenre des Rocks mit genügend Indie und Punkblut in den Adern, darf deshalb nun als konkreter Hinweis auf die zu bewerbende Veranstaltung erneut KYUSS genannt werden. John Garcia, Josh Homme, Nick Olivieri und Brant Bjork legten den Grundstein für einen trockenen coolen Umgang mit Rock, der zwar als Ode an 70er „Glamrock“ verstanden werden konnte, trotzdem moderner wie nichts daher kam. Vor der Stagnation kam die Entwicklung hin zu anderen Bands und Projekten, u.a. als Hauptinitiatoren der genannten „DESSERT SESSION“ als amerikanisches Beispiel und Spiegelbild eines Schmelztiegels auf künstlerischer Ebene. Die eine Seite wurde zu genialen QUEENS OF THE STONE AGE und würde hier natürlich am liebsten angekündigt werden wollen. Allerdings um dem nicht all zu neuen Umstand Willen, nämlich der endgültigen und logischen Ankunft der scheinbaren „besseren“ Kultur im Bahnhof der Gesellschaft, mit allen ökonomischen Zwängen samt finanziellen Abhängigkeiten, muss und darf natürlich auch „nur“ und „zum Glück“ das andere Jetzt der einstigen Supercombo KYUSS als Konzert angekündigt werden – und zwar HERMANO. Während den „Queens“ samt Josh Homme und dem ex NIRVANA Dave Grohl eine folgerichtige ausschließlich musikalische Entwicklung attestiert werden muss, beruft sich JOHN GARCIA als Kopf der neuen Bande HERMANO eher den alten zu schönen Zeiten, mit Rock der so nur in der californischen Wüste entstehen konnte und immer noch entstehen kann, auch wenn zuviel Sand in den Augen natürlich den Blick vernebelt. Spoiler stehen dem in nichts nach. Genug Dünnes – Hingehen und Zuhören.

j.



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last modified: 28.3.2007