VVK: 22,00 Euro
AK: 27,00 Euro
Preis inkl. Spende zur Bildungsoffensive
Sonntag, 01.11.2026, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
SINEM + PEKI MOMÉS
Hatun wusste immer, was sie will. Hatun packte ihren Koffer und fuhr nach Deutschland. Ihr Mann blieb, erst später kamen er und die Kinder nach. Da hatte Hatun längst Arbeit in einem Dorf in Oberbayern gefunden und sich mit Klugheit, Fleiß und Umsicht unentbehrlich gemacht. Heute ist Hatun alt, sie wird vergesslich. Aber eines hat sie gut verstanden, und das vergisst sie nicht: Sinem macht Musik, sie singt und tanzt auf Bühnen. Nun hat Sinem schon ihr zweites Album aufgenommen und das wird ihren Namen tragen: „Hatun“. Ein Bild von ihr, der jungen Hatun, wird auch auf der Platte abgebildet sein. Sinem ist ihre Enkelin, und die weiß, was sie will.
Sinem wuchs in Oberbayern auf, am Ammersee. Sie zog nach München, wo sie noch heute lebt. Ihr Vater hatte ihr westliche Popmusik vorgespielt, die coole Variante: Tanz den Mussolini. Bei den Großeltern wurde die Musik aus der Heimat gespielt und gesungen. Die Klassiker der türkischen Popkultur, die wieder und wieder aufs Neue interpretiert werden, oft von Sängerinnen, deren Namen irgendwann einen mythischen Klang bekommen haben, weil sie nicht einfach nur Sängerinnen sind. Sie interpretieren die Texte der Dichtersänger, der Asiks, und sie schreiben eigene. Sie sprechen von den Dingen, um die es geht. Von der Liebe, der unerwiderten, der unmöglichen und der verflossenen, vom Schmerz und der Sehnsucht. Aber auch von dem, was passiert, im Dorf, im Land, auf der Welt, von der Ungerechtigkeit und vom Widerstand dagegen.
Auf ihrem ersten Album „Kösk“ interpretierte Sinem solche Klassiker. Sie alle hatten gemein, dass sie eine Haltung transportieren. Durch ihre Lyrics, ihren Sound oder durch elegante Moves wie diesen: Das Lieds eines Machos zu singen, der über eine Frau spricht. Dass es nun aber Sinems Stimme ist, die diese Worte singt, und sie sich dazu ekstatisch auf der Bühne wälzt, sagt mehr als jedes feministische Seminar. Das ist Anadolu Punk.
Das neue Album, „Hatun“, beginnt mit „Ötme Bülbül Ötme“, geschrieben von Pir Sultan Abdal, interpretiert von Sercan Öztürk und Hüseyin Korkankorkmaz. Es ist eines der Lieder, die Sinem bei ihren Großeltern hörte. Vielleicht erzählte es ihnen über das Leben in der Fremde: „Sing nicht, Nachtigall, mein Garten ist nicht fröhlich. Aus Sehnsucht nach dir vergehe ich.“ Für „Hatun“ hat sich Sinem wieder Klassiker vorgenommen von Sezen Aksu, Erkin Koray und anderen, die eine besondere Bedeutung für sie haben und sie schon lang begleiten.
Sinem, die Band, in der Tom Wu für die Musik und Sinem für den Gesang verantwortlich sind, hat nun aber auch eigene Lieder geschrieben. Weil die aus ihnen selbst kommen, entwickeln sie eine eigene Kraft. Der Stimme der Tradition wird aus der Gegenwart geantwortet, die Vergangenheit bildet die Echokammer für Geschichten von heute.
Erwartungen, die andere an uns herantragen, lassen uns nur zurück in die Vergangenheit und nach vorn in die Zukunft schauen, aber nie im Augenblick leben und zufrieden sein mit dem, was man tut und was man ist. Sinem hat darauf eine rotzige Antwort parat: „Bana ne“, ist mir egal! „Dies habe ich selbst getan. Und das habe ich selbst getan. Was willst du dagegen tun? Was geht’s dich an? Ist mir egal!“ So erhebt Sinem auf dem zweiten Stück des Albums ihre Stimme über einem muskulös rockenden Track, der stoisch und mit festem Schritt seinen eigenen Weg geht.
Das soll nicht so sein, sagen sie. Wir sollen tun, was unserer Rolle entspricht. Dieses Märchen scheint Sinems Erzählerin in „Masal“ den Leuten aber nicht mehr abzunehmen: Ein braves, höfliches, stilles, süßes Mädchen bricht aus seinem Käfig aus und verwandelt sich in ein mutiges, frei lebendes, geflügeltes Mädchen. Oder ist diese schöne Geschichte ihrer Befreiung nur ein weiteres Märchen, zu dem das Mädchen wieder nur brav nicken darf?
„Asla!“ ist ein Banger, nicht einmal zwei Minuten lang. Er handelt von einem Tabu, das eher Frauen trifft als Männer. Man soll sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Niemals!“, damit das Gegenüber nicht auf die Idee kommt, dass man sich für etwas Besseres hält, weil man gewisse Talente besitzt. „Ichbewahre die geheimsten Worte. Ich teile sie nicht, niemals teile ich sie. Ich singe die schönsten Lieder. Schau mich nicht an, schau mich lieber nicht an.“
In „Agatha Christie“, dem letzten der von Sinem selbst geschriebenen Lieder auf dem Album, wird ein Suchscheinwerfer auf jene Männer geworfen, die im Schatten der patriarchalischen Verhältnisse Frauen auf der Straße mal wie nebenbei, mal ganz unverschämt anstarren und so zu Dingen machen, die es zu beurteilen und zu besitzen gilt. „Ihre Gesichter sind maskiert, verhüllt in der Dunkelheit der Seele. An jeder Ecke warten sie.“ Agatha Christie wohnte oft im Pera Hotel im Istanbuler Viertel Beyoglu. Ebendort lebte auch Sinem zwei Jahre lang, ging jeden Tag unter den Blicken der Maskierten. Jetzt schaut sie zurück, und wirft ihre Verhüllung ab: Wir sehen euch, und wenn wir euch sehen, wird euch das Gaffen schon vergehen.
Tom Wu hat jedem Song eine eigene, individuelle Note gegeben, verschiedene Gitarristen haben ihre Riffs dazu eingespielt. „Hatun“ groovt lässig vor sich hin und spiegelt so das Selbstbewusstsein von Sinem, die selbst zu sprechen begonnen hat – poetisch und souverän. Sie nimmt sich nun auch in den Worten ihren Platz. Wer erzählt, was ist, hat das Sagen.
Hatun ist stolz auf ihre Enkelin, und ihre Enkelin ist stolz auf sie.
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Peki Momés is a Turkish artist living in Germany, started to record music by accident in 2023. Infusing her vocals with a unique blend of intuition and uncompromising authenticity, Peki Momés brings a fresh perspective to the world of groove music.
The musical approach of the artist (although it's hard to pin down) can be categorized into terms like Turkish disco, dancefloor jazz or Turkish city pop. Peki Momés' music is an eclectic mix of sounds from the global underground, tastefully crafted by producer Dustin Braun and a troupe of ridiculously talented jazz musicians. Dirty disco, fuzzy funk, anatolian rare grooves, experimental synth, library music and japanese city pop all blend naturally with her distinct vocals to create a unique ethereal outernational sound that is all her own.
Ever since her debut 45 on Mocambo Records, Peki Momés has become a little sensation in and outside the organic groove scene: turntablist DJ Koco played doubles of „Göc Mevsimi“ in his set, Iggy Pop announced „Rüya“ on his „Iggy Confidential“ show on BBC and the second vinyl single surprised everyone with a mesmerizing cover of Marco Valle's much loved „Estrelar“ in the Turkish language. Both records sold out quickly and are already in the bags of tastemakers like Coco Maria.
With her debut album out on September 2025, Peki Momés is now telling her full story. Displaying a young Peki on the cover, the artwork hints at the freshness and enthusiasm of the project. She started touring with a full band in support of the album.
Preis inkl. Spende zur Bildungsoffensive
Samstag, 14.11.2026, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
DOMINIK HARTZ
Es ist viel passiert bei Dominik Hartz: Das erste Album, eine ausverkaufte Albumtour, und zahlreiche Festivalauftritte wie beim Deichbrand, Highfield, San Hejmo oder der Winterthurer Musikfestwochen.
2026 meldet sich Dominik Hartz endlich mit der verstr!ckt Tour zurück: Mit im Gepäck: sein gleichnamiges neues Album, inklusive der Single “Fast vergessen” feat. jolle.
Die Texte auf "verstr!ckt” sind geprägt von Veränderungen: Kompromisslos sein, sich nicht ablenken lassen von Dingen, die sowieso nicht zu beeinflussen sind – um am Ende wieder (hoffentlich) ganz bei sich zu sein. Dominik Hartz will sich nicht anpassen, im Gegenteil: „Für die
Wolken an meinem Himmel ist die Sonne nie genug“. Gnadenlos ehrlich berichtet er von Highs und Lows in den Schluchten der Großstadt, in einer Welt, in der Schein mehr als Sein ist und alle etwas im Schilde führen. So düster dies alles klingen mag, schafft es Dominik Hartz trotzdem, seinen Optimismus nicht zu verlieren: „Mache mir keinen Kopf mehr und lasse mich nicht unterkriegen“. Das sind Songs für Menschen, die, trotz der aktuellen Weltlage, ihren Blick auf das Schöne nicht verlieren möchten.
Wer Dominik Hartz mit seiner Band, frischen Songs und seinem neuen Album live erleben möchte, sollte dies unbedingt tun: Hier steigt gerade ein neuer Stern am Deutschpop-Himmel auf!
Tickets unter:
https://www.eventim.de/event/dominik-hartz-verstrckt-tour-2026-conne-island-21417583/?affiliate=AAG
VVK: 30,95 Euro
Preis inkl. Spende zur Bildungsoffensive
Freitag, 27.11.2026, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
ANDA MORTS - I hate this part of Texas - Tour
Nach zwei restlos ausverkauften Tourneen in 2024 hat der Linzer Paradepunk Anda Morts für diesen Herbst bereits eine umfangreiche Tour für Deutschland und Österreich bestätigt, nur um jetzt mit der Ankündigung seines Debütalbums und neuen Terminen für das kommende Jahr nachzulegen. Neun Termine wird es im April und November 2026 geben, das Album „ANS“ (österreichisch für „Eins“) erscheint noch dieses Jahr – und zwar am 19. September.
Darin geht es um Faschos, Incels, Autobahnen, Nikotin. Wie Anda auf dem Album alte Punk-Formeln mit pochendem Herzen und geboten zorniger Haltung ins Hier und Jetzt katapultiert, wie er mit maximaler Dringlichkeit die Wirklichkeit umreißt, das hat eine derart furios mitreißende Art, dass man sofort mehr davon haben will. Anda Morts ist ein vortrefflicher Beobachter, mit wenigen hingeworfenen Zeilen seziert er subkulturelle und andere Szenen, Beziehungen, die Straße, Politik, Gesellschaft. Er beherrscht die Kunst, vom vermeintlichen Kleinen ins Große zu kommen und hat dabei eine tief empfundene, unverstellte Zärtlichkeit und Liebe für seine Figuren.
Kitsch und Euphemismus sind in dieser Musik nicht zu Hause, Anda Morts hat einen außerordentlich gut funktionierenden Bullshit-Detektor. Oder wie die Berliner*innen, die ihn jüngst vor Element of Crime in der Berliner Philharmonie erleben durften, es verliebt nennen: Der Rabauke mit den ungewöhnlich langen Punksongs.
Anda Morts steht nicht im Pass, eigentlich heißt er Andreas, sein Cousin auf der Alm in Osttirol nannte ihn Anda. Und dann hat er mal einen Bierwagen gesehen mit einer Werbung von einem Café namens Strom, die er spiegelverkehrt durch ein Schaufenster sah. Aus Strom wurde Morts, fertig war der Künstlername, DIY eben.
Einen Song über seine neue Musikkünstlerexistenz gibt es auf „ANS“ natürlich auch: „Ich sitze vormittags im Park / Wenn ich mal nicht bis Mittag schlaf / Gelegentlich fühl ich mich schlecht / Alle auf Arbeit ich im Bett“ singt Anda in „Freitag“. „Ich wollte meine Freunde mit dem Song ärgern, die natürlich weiterhin arbeiten gehen müssen“, sagt er grinsend. „Hat geklappt, ‘Boah, du Arschloch‘, habe ich nicht nur einmal gehört.“
Dabei arbeitet er ja, und wie. Nur halt zu seinen eigenen Bedingungen. Im Herbst stellt Anda Morts, dieser wunderbar schnörkellose Songwriter und brillante Erzähler famoser Alltagsgeschichten, zusammen mit seiner Band sein Debütalbum „ANS“ auf großer Tour durch Deutschland und Österreich live vor.
VVK: 30,95 Euro
Preis inkl. Spende zur Bildungsoffensive
Samstag, 28.11.2026, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
ANDA MORTS - I hate this part of Texas - Tour
Nach zwei restlos ausverkauften Tourneen in 2024 hat der Linzer Paradepunk Anda Morts für diesen Herbst bereits eine umfangreiche Tour für Deutschland und Österreich bestätigt, nur um jetzt mit der Ankündigung seines Debütalbums und neuen Terminen für das kommende Jahr nachzulegen. Neun Termine wird es im April und November 2026 geben, das Album „ANS“ (österreichisch für „Eins“) erscheint noch dieses Jahr – und zwar am 19. September.
Darin geht es um Faschos, Incels, Autobahnen, Nikotin. Wie Anda auf dem Album alte Punk-Formeln mit pochendem Herzen und geboten zorniger Haltung ins Hier und Jetzt katapultiert, wie er mit maximaler Dringlichkeit die Wirklichkeit umreißt, das hat eine derart furios mitreißende Art, dass man sofort mehr davon haben will. Anda Morts ist ein vortrefflicher Beobachter, mit wenigen hingeworfenen Zeilen seziert er subkulturelle und andere Szenen, Beziehungen, die Straße, Politik, Gesellschaft. Er beherrscht die Kunst, vom vermeintlichen Kleinen ins Große zu kommen und hat dabei eine tief empfundene, unverstellte Zärtlichkeit und Liebe für seine Figuren.
Kitsch und Euphemismus sind in dieser Musik nicht zu Hause, Anda Morts hat einen außerordentlich gut funktionierenden Bullshit-Detektor. Oder wie die Berliner*innen, die ihn jüngst vor Element of Crime in der Berliner Philharmonie erleben durften, es verliebt nennen: Der Rabauke mit den ungewöhnlich langen Punksongs.
Anda Morts steht nicht im Pass, eigentlich heißt er Andreas, sein Cousin auf der Alm in Osttirol nannte ihn Anda. Und dann hat er mal einen Bierwagen gesehen mit einer Werbung von einem Café namens Strom, die er spiegelverkehrt durch ein Schaufenster sah. Aus Strom wurde Morts, fertig war der Künstlername, DIY eben.
Einen Song über seine neue Musikkünstlerexistenz gibt es auf „ANS“ natürlich auch: „Ich sitze vormittags im Park / Wenn ich mal nicht bis Mittag schlaf / Gelegentlich fühl ich mich schlecht / Alle auf Arbeit ich im Bett“ singt Anda in „Freitag“. „Ich wollte meine Freunde mit dem Song ärgern, die natürlich weiterhin arbeiten gehen müssen“, sagt er grinsend. „Hat geklappt, ‘Boah, du Arschloch‘, habe ich nicht nur einmal gehört.“
Dabei arbeitet er ja, und wie. Nur halt zu seinen eigenen Bedingungen. Im Herbst stellt Anda Morts, dieser wunderbar schnörkellose Songwriter und brillante Erzähler famoser Alltagsgeschichten, zusammen mit seiner Band sein Debütalbum „ANS“ auf großer Tour durch Deutschland und Österreich live vor.