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#271, Februar 2022
#272, März 2022
#273, April 2022

Aktuelles Heft

INHALT #271

Titelbild
Alles ist viel zu anstrengend
• kulturreport: Gedicht
• position: Nieder mit Erdogan! Zum Angriff auf DITIB, seiner Rezeption und dem Racheakt in Connewitz
• doku: »Islamophobie«, das Kopftuch und westliche Linke
Mark Fisher – Niemand ist gelangweilt, alles ist langweilig
• review-corner buch: Pizza mit Ketchup und Mayo
Zum Release von "nine to five? - Perspektiven auf Arbeit"

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Alles ist viel zu anstrengend

Angesichts von Winterdepression, Ukraine-Krise, Pandemie, finanzieller Unsicherheit, ungewollter Arbeitslosigkeit, Zukunftsängsten, Onlinelehre, leeren Clubs, ImpfverweigerInnen und CoronaleugnerInnen, den Attacken auf Synagogen und Moscheen benötigen wir Eskapismus anstatt den nächsten zwanghaften Blick auf die Inzidenzzahlen oder die tagesschau-Seite zu wagen.

Wir haben uns abgelenkt mit drängenden und gesamtgesellschaftlich relevanten Fragen, Erlebnissen und Hobbies wie »Wie ähnlich ist Larry David tatsächlich George Costanza und wieviele seiner Fettnäpfchen in der Serie sind ihm wohl im wahren Leben passiert?« und »Warum sterben jeden Winter alle meine Zimmerpflanzen?«, harmonischen Hannukah-Feiern, unharmonischen Familienfeiern, dem neuen Turnstile-Album, der Überlegung, mit dem Häkeln oder Stricken zu beginnen. Wir haben den gesamten Dezember lang Süßigkeiten gegessen, nur um im Januar wieder damit aufzuhören; wir haben Bücher gelesen und Texte für die nächsten Hefte gesammelt; wir gingen zu Silvester auf die Straße und ließen uns von Feuerwerken überraschen.

Weiterhin sollte die Ankündigung des baldigen Erscheinungstermins (schon im März!) eines neuen Teils der altehrwürdigen Die-Siedler-Aufbauspiel-Reihe, die schon seit 1993 über die Bildschirme flimmert, ein Grund zur Freude sein. Doch der Publisher Ubisoft (der ausnahmsweise nicht wegen der systematischen Vertuschung sexualisierter Gewalt im eigenen Unternehmen in den Schlagzeilen ist) hat den neusten Teil zu einem generischen Echtzeitstrategiespiel umgebaut. Die Gründe dafür liegen mehr oder minder im Dunkeln, allerdings zeigen erste Erfahrungen aus der closed Beta, dass weniger das gemütliche Aufbauen und Siedeln, sondern mehr schnelle Rushs und Kämpfe im Vordergrund stehen. Enttäuschend – immerhin gibt es die alten Teile noch, um den Siedeldurst zu stillen.

Und will eigentlich mal irgendwer darüber reden, dass im 1000sten Kapitel von One Piece nichts, aber auch wirklich gar nichts Weltbewegendes passiert? Wenige Mangas erreichen einen solchen Meilenstein und dann ist das Highlight, dass Ruffy sich zu dem wenig innovativen Satz (den er seit dem ersten Band immer mal wiederholt) hinreißen lässt, er werde Piratenkönig. Auch ziemlich enttäuschend, wobei hier angemerkt werden muss, dass Band 99 insgesamt sehr gut ist und endlich die Gesamtstory wieder etwas mehr vorantreibt.
Hoffentlich gibt es dann eine Überraschung in Band 100.


Dennoch alles viel besser als der Blick auf die tagtäglichen Nachrichten.

Ufffff

P.S. Danke an unsere liebe Grafikperson, die dafür gesorgt hat, dass wir trotz des Wortes, das nicht genannt werden darf, uns nicht hängenlassen. Danke an den Laden für die nahezu tägliche Inspiration und Förderung der Meme-Herstellung. Danke für den Platz in Diskussionen. Danke an alle, die das Heft lesen, mit uns reden und Debatten für möglich halten.

P.P.S.: In der kommenden Ausgabe (#272) wollen wir uns dem viel diskutierten Thema der (feministischen) »Identitätspolitik« widmen. Dazu werden verschiedene Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven erscheinen. An dieser Stelle wollen wir auch noch mal Euch (ja, genau Euch!) ermutigen, selbst einen Text zu verfassen, wenn ihr etwas zur Debatte beitragen wollt. Falls ihr dazu Fragen habt oder Unterstützung braucht – oder der Text schon fertig ist – schreibt uns einfach unter newsflyer@conne-island.de.

eure schreibblockierte Redaktion

02.05.2022
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Tel.: 0341-3013028, Fax: 0341-3026503
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