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Sports: RSL vs. RSL


Roter Stern Leipzig, 43.7k

Zum mittlerweile 3. Geburtstag des Roten Stern Leipzig (RSL) beschenkte der RSL seine Fans und Kritiker gleichermaßen mit einer Broschüre mit dem vieldeutigen Titel „Anspruch vs. Wirklichkeit, die Zeit des Feierns ist Vorbei“. Um dann gleich selbstkritisch einzusteigen: „..., der Verein Roter Stern ist nahezu eine Erfolgsfabrik geworden.“. Oder aber :“...die zurückliegende Saison war für den Verein eine einzige Erfolgsgeschichte.“. Später ist dann zu lesen, dass es im Heft nicht darum ginge, „die Erfolgsgeschichte [...] zu beleuchten“, sondern vielmehr „die Frage nach der inhaltlichen Ausrichtung“ des Roten Stern. Löblich, wenngleich es fraglich scheint, wo hier überhaupt mit Erfolgen gerechnet wird. Wirklich interessant wird es an der Stelle, wo die Redaktion des P.E. – Special auf die scheinbar paradoxe Situation des Vereins zu sprechen kommt: “zwar seit Jahren in der linke Szene“ verwurzelt zu sein, welche den Roten Stern „aber nahezu gar nicht kritisiert“. Nun, die Kritiker und Kritikerinnen in den eigenen Reihen, welche zum Zeitpunkt der Erstellung des Heftes zum großen Teil den Verein schon verlassen haben, zählen da wohl nicht? Offensichtlich schon, wurden sie doch exklusiv für dieses Heft zu einem rückblickenden Interview geladen oder erhielten die Möglichkeit, sich zum geschehen zu äußern. Doch die alles entscheidende Frage, welche sich mir stellt, ist: Was hat’s bewirkt? Die Positionen sind nochmals aufgearbeitet und in einem Heft der geneigten Leserschaft handlich zusammengefasst. Soweit so gut, doch mutet es recht formalistisch an, nach dem Motto „wir lassen Kritik zu, sie gehört zum Verein“. Denn offensichtlich hat Geschriebenes nicht wie erhofft selbstreflexive Diskussionen innerhalb des Roten Stern angestoßen. Dazu braucht es wiederum einer Institution innerhalb des Vereins, um an der Stelle mit vereinten Kräften anzusetzen, wo vormals genannte Kritiker und Kritikerinnen gescheitert sind. Den Roten Stern zu mehr zu verhelfen als nur einem Image als „linker, alternativer“, so genau weiß das niemand, „Kultverein im Leipziger Süden“. Dabei steht zu befürchten, dass die Gruppe „bonsai“ des Roten Stern Feigenblatt wird, reflektiert sie nicht, dass Leute aus dem Verein eben auch aus dem Grund ihr Engagement eingestellt haben, nicht mehr Image-förderndes politisches Schmankerl und gutes Gewissen des Vereins sein zu wollen. Rechtfertigung und Vorzeigeobjekt für die Identität eines deutschen Vereins als Roter Stern Leipzig.

Chris



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last modified: 28.3.2007