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das letzte, 1.8k

Der Focus behält die Übersicht:
„Deutschland blickt auf die Neonazis, doch die Gewalt der Linksradikalen hat nicht abgenommen.“
Betrachte nicht den Apfelbaum, denn da steht ja noch der mit Birnen.
„Doch“
Nadine Angerer, 9.5k
Schrift, 2.4k
„Meine Empfehlung für das Leseverhalten“ – taz vom 17. Oktober 2000
heißt das verräterische Zauberwort, das verdeutlicht, was dem faktenvernebelten Markwortteam im Kopf rumspukt. Focus
„blickt auf die Neonazis“
und zwar wider willen:
„Typisch links, typisch rechts. Landfriedensbruch begingen deutlich mehr Links- als Rechtsextremisten. Körperverletzung ist ein häufiges Delikt der Rechten.“
Mit Kanonen auf Spatzen:
„Die Gewalt der Linksradikalen“
ist statistisches Ergebnis von willkürlichen Massenverhaftungen durch die Polizei.
Zur falschen Zeit am richigen Ort, das allein erfüllt den Straftatbestand von Landfriedensbruch.

Der begeisterte Focus-Leser Dr. Rainer Zoch aus Höhr-Grenzhausen ist begeistert. Ein Leserbrief an sein heißgeliebtes Nachrichtenmagazin ist die Folge:
Betr. Artikel Linksradikale Gewalt nimmt nicht ab
„Schon auffällig, wie notorisch in den Medien die Begriffe ‘rechts, rechtsradikal, rechtsextrem’ durchgehend synonym verwendet werden. Wohl mit dem Ziel pauschaler Ächtung. Rechts sein beinhaltet zum Beispiel doch auch Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Religiosität, Familiensinn, Nationalgefühl, Skepsis gegenüber den Asylgesetzen. Träger dieser Eigenschaften werden mit der Gleichsetzung von ‘rechts’ und Extremismus unter permanenten Rechtfertigungsdruck gesetzt.“
Wo er Recht hat, hatt er Recht. Was soll man dazu noch sagen.

Meine Empfehlung für das Leseverhalten. Ruhig mal Spiegel und Focus – nein, nicht gegen den Strich – mal abwechselnd und durcheinander lesen. Anschließend an unser Hauptthema hier in der Rubrik das Letzte ergeben sich dadurch verblüffend einfache Antworten. So taugt die Spiegel-Meinung durchaus zum erhellenden Kommentar zur leidigen Konkurrenz:
„Doch urwüchsig, ganz ohne Plan und Vorsatz, bildet sich in Deutschland allmählich ein Bewußtsein vom wesentlichen Gehalt der Nation und den Möglichkeiten und Grenzen seiner Politik heraus. Gemeinsame Anschauungen entstehen bei Auseinandersetzungen um heikle Fragen zum Beispiel nach dem Umgang mit Neonazis. Was in Deutschland geht und was nicht, was ein anständiger Deutscher tut und was nicht, ist Kern der Debatte über die gewalttätige Rechte.“

Nun zur Pflicht. Das Neue Deutschland (ND), seit Monaten Dauerbenner in dieser Rubrik. Heute zum Thema
„Ist der Welthunger zu stoppen?“
Es gibt Leute, die die Dinge noch beim Namen nennen. Die ND-Schreiber gehören nicht dazu. Was andere schlicht und ergreifend Kapitalismus nennen, kommt dem ND scheinbar nicht mehr auf den Monitor:
(...) Beherrscht wird die Welt leider von Srukturen, die zwar für ‘Überproduktion’ an Lebensmittlen sorgen, diese aber freilich eher vernichten als an die ‘Überbevölkerung’ zu verteilen.“
Hm hm, so heißt das also jetzt.

Ted Gaier, Urgestein der Goldenen Zitronen, war bei den Anti-IWF Riots in Prag dabei. Und auch auf einer Demo dort war er:
„Anstelle von Wortbeiträgen läuft der obligatorische Dub-Reggae. Ich wüßte zu gern, wer wann bestimmt hat, daß Dub-Reggae die ultimtive Musik der guten Sache ist.“
Ähm, also ich wüßte das auch mal gern.
Schreibt mir doch mal.
Ralf


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last modified: 28.3.2007