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das Letzte, 1.2k

Das Letzte.


Chinesische Banknote, 85.2k

Ich
arme
Jungfer, ach,

    seufzt Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag,

hätt ich genommen den König Drosselbart! – Quatsch. Nein. Halt. Alles noch mal auf Anfang.

Was soll bloß aus ihr werden, wenn ich mal nicht mehr bin?

    „Typisch Milbradt", seufzt Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag,...

Wer wird ihr die gute Augenwurst auf das Pausenbrot legen?

    Die UNESCO (...) hat versucht, die Hand zum Kompromiss zu reichen. Dabei ist sie jedoch jedes Mal auf eine Beton-Mauer gestoßen.

Wer säubert Mundwinkel, bindet die Schnürsenkel, um die Antje anschließend über die Straße zu bringen, damit sie am Vorbereitungskurs zum berufsvorbereitenden Jahr teilnehmen kann?

    Die Union hat sich kaum einen Millimeter bewegt, wo Kilometer nötig gewesen wären.

Ach, was soll bloß aus ihr werden, wenn ich mal nicht mehr bin?

***

So viel Geschnatter allenthalben. Und nun auch noch das.

    Viele Frauen möchten ein Wörtchen mitreden, wenn es um ihren Körper geht...

Schon recht, aber doch nicht in der „sozialistischen Tageszeitung", liebe Mona Grosche, solche Intimitäten-Details.

    So kann man hier beispielsweise lesen, dass Schamlippen in Größe und Form unterschiedlich sind...

Hätte meine Form nicht die ihr gemäße Größe, käme aus meinem Körper diesbezüglichen Anliegens manches Wörtchen über die nun aber doch besser schamvoll geschlossenen Lippen.

***

Was im People-Magazin „Das Letzte" ist, ist im Neuen Deutschland die Spaßecke „Unten links". Bitte festhalten, wir bleiben im Untenrum.

    Wenn das stille Örtchen in der Arztpraxis zum Niagarafall mutiert, ist garantiert irgendeine Blase schuld.

Wahrscheinlich – hahaha – die Blase – ich krieg mich nicht mehr ein: Örtchen und Niagara und mutiert – des Bösen. Prust.

    Eine Internistin aus der Weimarer Steubenstraße hat dem kostenlosen Pipimachen einen Riegel vorgeschoben. Wer an die Wasserspülung will, zahlt 50 Cent. Schon ist die volle Blase wieder en vogue.

Und en detail. Hossa. Hahaha.
Ach, nö. So was Blödes aber auch. Jetzt hab ich mir vor Lachen injepisst.

***

Was ist das?

    Die Sorgen der Sorben

    Die Sorgen der Sorben

    Die Sorgen der Sorben

    Sorben machen sich Sorgen

Kleine Hilfe: Vier Zeitungen und ein Reim.
Genau. Meinungspluralismus.

***

Und wie heißt dieser Joschka Gansel mit Klarnamen?

    Wir können uns trotz des niedrigen Ausländeranteils nicht sicher fühlen.

Der Mann trägt den rasserein-kerndeutschen Namen Buttolo. Vorn dran Albrecht. Er ist selbstverständlich keiner wie Gansel, sondern ein ganz gewöhnlicher sächsischer Innenminister.
Wo er seine deutsche Stimme zum Singen bringt, das ist, und schöner kann man den Begriff der Pressefreiheit nicht erklären, die gänzlich Freie Presse aus Chemnitz.

***

Wenn der Oliver Reinhard mal nicht greint, sei es über die nicht erhaltenen Freikarten für seine Lieblings-Nazi-Band oder den Ladenschluss für seinen deutschen Herrenmenschenausstatter („Fred Perry war übrigens Jude, liebe Hohlschädel von rechts und Links."), dann macht er Spaß für seinesgleichen.
Bei der Betrachtung der Plakate zur OB-Wahl in Dresden ist auch die SPD dabei. Der weißbehemdete Kandidat Peter Lames hält ein Blechblasinstrument in der Hand und schaut lachend einem jungen, sehr jungen und ebenfalls in strahlend-unschuldiges Weiß gehüllten Mädchen in die Äugelein.

    „Der neue Oberbürgermeister trifft den richtigen Ton" möchte man ihm gerne glauben, würde der Musiker Lames auf dem Bild sein Blasinstrument nicht wie ein Krokodilbaby betrachten und darüber zu grübeln scheinen, welches Ende man denn nun in den Mund nehmen soll.

Er hätte tun dürfen, was er nicht kann. Vielleicht eine Geschmacklosigkeit wie die Bildunterschrift „Fritzl und Fritzi" ersinnen. Es wäre auch gegangen, was dem Muffton seiner Gazette entspräche, der Schenkelklopfer „Von Tuten und Blasen keine Ahnung".
Aber nein. Er muss seinem Trieb freien Auslauf und Ausfluss lassen. Er metaphorisiert einen Elend langen Satz, hoffend, dass keinem der Schwindel auffällt, entgegen dem der Kandidat mitnichten sein Blasrohr, sondern die kleine Fritzi, nicht grübelnd, sondern frei lachend betrachtet. – Was hätte dazu einem Laien-Freudianer alles einfallen können.
En Wort noch zu diesem Politischen, welches auf Privates, allerdings nicht beim Kandidaten, sondern dem Post-Pop-Proll von der Sächsischen Heimat-Zeitung hinzuweisen scheint. Man mag einem Sozi allerhand, einem sächsischen Sozi, etwa dem musikalisch extrovertierten Heimmusiker Wolfgang Tiefensee, sogar alles zutrauen, doch dass einem freundlichen Manne wie Peter Lames Gedanken unterstellt werden, die ausschließlich aus der Kopfgruft eines schreibend Festangestellten kommen, dass er, der Kandidat, nicht wisse, welches Ende eines Krokodilbabys man in den Mund nehmen soll, das fordert aber doch den schärfsten Protest aller aufrechten Demokraten.

Nach der Niederschrift: Pass auf, dass du nicht zu viel Reinhard liest, sagt der Erstleser, denn wisse, das Blatt gehört zu vierzig Prozent der SPD.
In was für einer Welt leben wir eigentlich?

***

In recht eigentlich eigener Sache

Als dieser Tage ein Heranreifender nach der Lektüre des VS-Berichts sich über einen, der aber schon die Grenzwertigkeit von Zweien in sich trug: es handelte sich um die Angabe zur CEE IEH-Auflage von 1000 Exemplaren (Eigenangabe), von allem Schwindel, sich empörte, und junge Menschen können auf so eine erfrischende Weise empört sein, kam ihm die Frage auf, wofür die eigentlich bezahlt würden.
Unsereiner, der schon so manchen Amtsleiter und dessen Innenminister hat kommen und wieder gehen sehen, gab ihm einen Fencheltee und eine weise Antwort. Dafür, genau dafür.
Leider aber ist das angesprochene Magazin selbst nicht ganz frei von allerlei Entäußerungen, die dem jeweiligen Autor nicht zum Ruhme gereichen, die verantwortliche Redaktion zum Innehalten ermahnen. So schrieb ein Problembärchen namens Bruno ein „Erstes", welches „Das Letzte" wohl ersetzen sollte. Von schriftlichen Nötigungen wie „im Prinzip eigentlich", der naturreligiösen Erwartungshaltung „ergibt ... natürlich nur Sinn" oder dem Willen zum Wollen beim „potentielle Kritikpunkte herbeizuhalluzinieren". Das alles sind Hervorbringungen, welche ganz hinten ins Heftchen gehören. Und nur dahin.
Was dem Ganzen aber, sehr geehrte Dame und Herren Redaktion, im Prinzip eigentlich und natürlich dem Fass den Boden unter den Füßen wegzieht:

    So darf Gunnar Schuberts Äußerung aus der Maiausgabe, das CEE IEH sei ein People-Magazin, wohl nicht ganz für voll genommen werden.

Als durchaus Betroffener, der den Nebenwiderspruch, dass er aus dem Maiheft eine Äußerung getätigt habe (Nur mal nebenher, die Kundschaft würde sich schön was bedanken, wenn sie das CEE IEH öffnete und aus dem Heft äußert sich da einer), mal Nebenwiderspruch sein lassen will. Diese Äußerung „darf" dann „wohl nicht ganz für voll genommen werden." „Wohl nicht ganz" – es möchte einem ganz und gar unwohl werden.
Das einer etwas nicht ganz für voll nimmt, heißt aber nur, dass er die volle Last nicht tragen kann, den Wassereimer nicht ganz voll nach Hause trägt. Oder konkret, den Text nicht in vollem Umfang nimmt, weil er ihm zu schwer ist.
Selbstverständlich wollte der Autor das nicht sagen. Aber, Hergottnochmal, warum schreibt er es dann?
Nochmals, werte Redaktion: Innehalten und umgehend erzieherische Maßnahmen einleiten. Es könnte sonst sein, dass eines Tages dieser Problembürger Bruno endet wie der Problembär gleichen Namens. Ausgestopft und in einem Heimatmuseum. Es könnte sogar sein, aber ich will niemand erschrecken, dass er bei den Schwererziehbaren im Feuilleton der LVZ landet.
Das kann doch niemand wollen.

Gunnar Schubert war im Mai wie im Juni 2008 mit seinem kleinliches Parteiengezänk überwindenden Motto „Gräben zuschütten – Brücken bauen, Hände reichen – Versöhnung leben" für das andere Dresden „unser OB-Kandidat der Herzen", so eine anständig-anonyme Jungwählerin.


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last modified: 8.7.2008