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Das Letzte


Altruismus ist so etwas wie eine Kinderkrankheit, die bei mir zwischen Postpubertät und Präsenilismus zum Ausbruch kam, was das Helfersyndrom in seiner Ausformung erklärbar macht.
Als ich seine ersten Schreibversuche vor ungefähr 18 Jahren zur Kenntnis nehmen musste, so in Für Dich und der Zonen-Taz, da wollte ich nur noch: HELFEN. Über seine vielen Artikulationsanstrengungen, ich sach` mal: Metaphern, die der Hendrik Thalheim anschließend über Jahre hinweg in der Jungen Welt unternahm, sei hier milde lächelnd hinweg gegangen. Doch das Helfenwollen schien in die Kraft des Geholfenhaben umgeschlagen zu sein, denn seit 1994 war es wunderschön ruhig geworden.
Doch es war eine Frau, es konnte auch nur eine Frau meine therapeutischen Maßnahmen konterkarieren, die den Hendrik Thalheim wieder zu Äußerungen trieb. Mit allerlei Narreteien getrieben hatte die niedersächsische Beinahe-Linken-Abgeordnete Christel Wegner (DKP) meinen Klienten zum Äußersten, also zu einer Äußerung getrieben.
      Dieser Weg ist gescheitert.
So wie die Wege des Herrn unergründlich und die Wege zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert sind, so wenig aber ist der Weg das Ziel bzw. kann der Weg scheitern. Scheitern kann der Mensch so an der Sprache, dass er kenntlich wird und mithin die, die ihn ohne zu lachen zitieren, etwa die vormalige Nachrichtenagentur ADN oder die marxistische Tageszeitung.
Vielleicht wäre aus ihm noch was geworden, so ich mich seiner nicht angenommen hätte. Er hätte so schön in der Zeit oder beim dicken Mannes Focus postsenile Traumata auffahren können. Hätte ... können. Aber so reichte es nur zum Pressesprecher der Linken im Bundestag.
Das tut mir alles sehr leid.

***

Dass es die Mädels sind, die die Kerle verrückt, gestandene Mannsbilder zu kleinen Schweinchen machen, ist der Menschheit spätestens seit dem Treiben der Zauberin Circe bekannt. Dem Bodo Ramelow als Bundestagsabgeordneten brauchte Circe bzw. Christel von der DKP aber den Kopf gar nicht zu verdrehen, da der vormalige Vertreter der Wirtschaftsverbände im DGB seit Monaten als wiedergeborener Christ die Welt mit seinem zwischen Kinderbibelstunde und Suche nach dem Heiligen Filzstiefel pendelndem Aberglauben wechselweise in den Wahn bzw. in die Gewalt treibt.
      Für Dr. Manfred Lutz, Arzt, Theologe und Mitglied des päpstlichen Laienrats, gibt es einen personifizierten Gott; Bodo Ramelows Gottesbegriff als Rückbindung an etwas Größeres ist ihm diffus „wie Cybersex“.
Circe – Christel – Cybersex. Wie gesagt, zwischen Kinderbibelstunde und Filzstiefel.
Weshalb der Rachegott des Ramelow als Rückbindung an etwas Größeres, ihn in Richtung der DKPistin bei der niedersächsischen Mitwahlzentrale Die Linke sein Wort verkünden lässt.
      Sie hat das Gastrecht missbraucht.
Oder:
      Dieses Gastrecht ist auf bittere Art missbraucht worden.
Das Original stammt von Gerhard Schröder, dessen quasi-ramelowische Intellektualität, Gewitztheit und sprachliche Kraft, das Wort schuf. Auch Schröder bezog sich auf Asylbetrüger, weshalb er noch anfügte, dass man das Gesockse am Kragen packen müsse – und dann raus.
Dies ist die Rückbindung Ramelows an das Größere vergangener Tage. Aber was würde Jesus dazu sagen:
Es ist leichter, dass ein sächsischer Ministerpräsident ein Herz aus der himmlischen Organspendebank erhält, denn dass ein Cybergewerkschafter ein Viertel Verstand bekomme.

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Auch die sozialistische Tageszeitung macht sich Sorgen um gesellschaftliche Höherentwicklung. Wird die kommunistische Forderung „Jedem nach seinen Bedürfnissen“ einzuhalten sein.
      Wie sicher ist die muslimische Bombe?
So verständlich die Sorge um Kumpels im antiimperialistischen Glauben, es kann von dieser Stelle aus beruhigt werden: Ganz sicher.

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Am Rande der ausgelassenen Feierlichkeiten aus Anlass des 150. Jahrestages der Hochglanzillustrierten CEE IEH kam es zu vorgerückter Stunde zu einer unschönen Szene. Während einer bis dahin sachlich geführten Auseinandersetzung zur Problematik der Versöhnung von Wertkritik und Nationalökonomie, ließ sich der bereits etwa enthusiasmierte Autor gegenüber einigen stolzen und jungen Leipzigern angeblich zu der Äußerung provozieren, dass ihr „Bernd Hilder auch nur irgend so ein Schreibtrottel“ sei. Was auch immer in dieser Nacht im Einzelnen geschehen ist, der Mann der Leipziger Volkszeitung ist mitnichten, was ihm angeblich nachgesagt wurde, wie sein Leitartikel
      Generation Melkkuh
belegt.
      Die Generation Melkkuh wird zur Kasse gebeten, wie keine vor ihr.
Weil es zwar schon einige Generationen wie Berlin-Mitte, VW, ipod, Arschloch oder XY gab, aber noch keine mit dem Titel Melkkuh, die man zur Kasse bitten konnte.
      Der Angriff der deutschen Politik auf die Mittelschicht ist umfassend –
in Ausländisch: totalitär,
      und zunehmend vernichtend.
Und wenn einer verhungert, geht das in der Reihenfolge: Verhungert, verhungerter, am verhungersten. Man steigert sich so durch. Also, Bernd Hilder ist nicht „auch nur irgend so ein Schreibtrottel“. Er ist der Chefredakteur.

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Hausaufgabe. Die zweimonatliche Eva Hermenau-Belehrung muss diesmal leider ausfallen. Die Grundsatztexte zum Selbststudium finden sich in BamS vom 9. März –
      Ähnlich den amerikanischen Präsidentschafts-Vorwahlen: Die Bewerber könnten auf der Reise quer durch das Land ihre politischen Pläne beschreiben und sich bekanntmachen. Sie könnten Führungseigenschaften, Steherqualitäten und rhetorische Fähigkeiten unter Beweis stellen… –
und der Welt vom 10. März –
      dafür hole ich mir im Bundesvorstand jedes Mal einen Satz heißer Ohren ab.
Gunnar Ypsilanti-Schubert


Bagger, 32.6k


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last modified: 26.3.2008