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das Letzte, 1.2k

Gut Guntherwegs...



Du bist da. Du bist immer noch da. Wenn es den Begriff Stehaufmännchen nicht geben würde, für dich müsste er erfunden werden. Gunther Gabriel(1): Ein Held. Ein Botschafter des kleinen Mannes. Du gibst Kraft, schenkst Hoffnung. Du zauberst denen ein Lächeln ins Gesicht, die sonst nicht viel zu lachen haben!
Du hast Musikgeschichte geschrieben. Deine Lieder sind ehrlich und sprechen so manchem Truckerfahrer und ehrlichen Arbeiter aus der Seele. In endlosen Fahrten durch die Heimat derer, deren Kinder heute deutsche Rentner verprügeln, haben deine Lieder die Zeit schrumpfen lassen.
Gern erinnern wir uns an zahlreiche Fernsehshows (Herman und Tiedjen zum Beispiel), in denen du uns mit deinem Charme begeistert hast. Und an Songs, in denen viel Wahrheit steckt.
Deine Musik muss man einfach mögen. Du bist das Sprachrohr der Arbeiterklasse. „Hey Boss, ich brauch mehr Geld!“ wurde zum Slogan einer ganzen Generation.
Du bist – wie du selbst von dir sagst – ein Männersänger. Einer, der Musik für und über Männer macht. Das kommt natürlich auch bei den Frauen gut an, wie du schon 1978, als viele von uns noch „Quark im Schaufenster“ waren, festgestellt hast. („Damen wollen Kerle“) Eigentlich wärst du prädestiniert für einen Kurzauftritt beim nächsten Oi! The Meeting, aber daraus wird wohl (leider) nichts.

Gunther Gabriel, 32.9k

Man(n) muss aber auch verzeihen können. So hast du es damals bei der Einweihung dieses neuen Möbelcenters in Eisleben mit der Pünktlichkeit nicht so genau genommen und bist eine halbe Stunde zu spät gekommen. Als sich irgendjemand darüber beschwert hat, hast du ihm deine Meinung gesagt, wie man(n) das so tut, von Mann zu Mann. Und du hast sie auch dem Publikum gesagt, das nur wegen dir – und in Ausnahmefällen – wegen des 10%-Rabattes auf Rattanmöbel gekommen war. „Warum seid ihr denn am frühen Nachmittag schon hier? Ihr steht hier und trinkt euer Bier, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt. Wenn ihr was zu tun haben wollt, dann sagt Bescheid! Ihr könnt gerne mein Boot streichen!“. Soviel Ehrlichkeit war dann doch etwas zuviel für die armen Eislebener, die zu großen Teilen keine Boote besitzen und gerade dort sind, wo du hergekommen bist: In der Gosse. Natürlich hast du dich später für den Ausrutscher entschuldigt – Ehrensache. Denn du bist ja ein Ehrenmann, auch wenn du keinen 30-Tonner-Diesel fährst, von dem du in einem deiner Hits schwärmst. Dir ist auch schon öfter mal die Hand ausgerutscht, wie man(n) so schön sagt. Dass da eigentlich nur der Alkohol Schuld gewesen sein kann, hast du in deiner Therapie aber gelernt.
Auch an die, die im Ausland für Deutschland ihren Mann stehen hast du stets gedacht. Zu der Melodie von „House of the rising sun“ hast du unseren Männern im KFOR-Einsatz Mut gemacht: „Es steht ein Haus im Kosovo…das ist zerbombt und leer…doch die Jungs aus Good Old Germany…die richten es wieder her!“.
Du trägst die Farben unseres Landes mit Stolz, ein Albumcover ist „Schwarz wie die Kohle im Revier – Rot wie die Lippen der Mädchen hier – Gold wie der Weizen und das Bier“. Das Album heißt: „Lasst die Fahnen auf dem Dach!“ und spricht aus, was so viele hier denken. Auch und gerade du bist Deutschland!
Du warst – nach eigenen Angaben – ein guter Freund von Johnny Cash und siehst ihm, wie ich finde, sogar ein bisschen ähnlich. Hast einige seiner Stücke nachgespielt und ein Album mit dem Titel „Gabriel singt Cash“ veröffentlicht. Kurz darauf ist good ol'Johnny gestorben. Das spricht eigentlich dafür, dass er dich wirklich gekannt haben muss…

ROSA

Anmerkungen

(1) Günther Caspelherr wurde im Juli 1942 geboren. Er trägt seit seiner ersten Ehe mit Gabriele den Künstlernamen Gunther Gabriel.


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last modified: 23.2.2008