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The Skatalites+Yebo, 2.9k
Ernste Konkurrenz für Jah
Hossa, wer hätte das gedacht. Das unglaubliche sage und schreibe 35jährige Jubiläum der Götter des Ska und Reggae führt die alten, sehr alten Herren nach Leipzig – geradewegs ins Conne Island. Es ist so oft gesagt worden, doch man kann es wirklich nicht oft genug betonen: die Väter des Reggae, der ohne Rocksteady und Bluebeat niemals hätte welcher werden können, verlangen mehr Respekt, als auch nur in einen Flieger der Jamaican Airlines passen würde.
Wem beim Namen Skatalites nicht die skankenden Knie zittern, weiß nicht, worum es geht. Dies zu begreifen, dazu bleibt auf Grund des Lebensalters der göttergleichen Legende nicht mehr allzuviel Zeit – zumindest um ihrer noch zu Lebzeiten mal angesichtig zu werden:
Die biologische Lösung nagt an den alten Herrschaften mehr und mehr. Und so ist der 98er unersetzliche Verlust der beiden Saxophonisten Rolando Alphonso und Thomas ‘Tommy’ Mc Cook ein Drama sondergleichen. Warum kann Jah nicht eine Ausnahme machen, und den Skatalites ein ewiges Leben schenken? Nun vielleicht ja deshalb, weil ihr göttergleicher Status für den überirdischen Rastachef ungeliebte Konkurrenz darstellt.
Ende 1963 gegründet, war der Band vorerst nur eine kurze aber unglaublich wegebnende Phase vergönnt. Schon 1965, nach nur 18 Monaten, löste sich die Combo vorerst wieder auf. In dieser kurzen ungemein produktiven Zeit hat sie für unzählige nachfolgene jamaikanische Künstler Wege geebnet, die bis heute selbst im Dancehall Spuren über Spuren hinterlassen haben. Auf dem 83er Reggae Sunsplash in Jamaica, dem weltweit wichtigsten Reggaefestival, kam es zur sagenumwobenen Reunion der Band. Erst 1992 jedoch spielten die Skatalites zum ersten Mal in Deutschland. Seitdem sind ihre wie kostbare Perlen gestreuten Konzerte Pilgerorte für eine Schar von unzähligen Musikliebhabern, die begriffen haben, daß die Herz-Rhythmusmaschine jeglicher populärer Musik der zweiten Hälfte des Jahrhunderts tatsächlich in Jamaika stand und an deren Entwicklung die Skatalites mehr als nur beteiligt waren.
Eine Band, die das schon vor Jahren begriffen hat, und die sich einzig und allein für die Show mit den Skatalites nochmal reunioniert, ist Yebo. Die ausschließliche Instrumentalkapelle gehört unumstritten zum Urgestein hiesig gemachter Ska-Klänge. Daß Yebo die Skatalites in direkter Art und Weise zu ihren Vorbildern erklärten, daraus haben sie nie ein Hehl gemacht. Im Gegenteil: ohne direkte Verehrung der Skatalites gäbe es (auch) diese Band nicht.
Obligatorisch gibt es auch an diesem Abend einen Allnighter. An so einem Abend natürlich nur mit unserem vorzüglichen Vorzeigetraditionalisten, unserem geliebten Selecter Peanut Vendor. Aufi denn!
Ralf

The Skatalites, 20.5k


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last modified: 28.3.2007