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Bassface Sascha, 5.2k

It’s a roller, it’s a roller!!!

Mannheim, Industriestadt an der Mündung des Neckar in den Rhein, Heimat solcher Koryphäen wie Mario Basler, Xavier Naidoo und der Söhne Mannheims. Die Gegend scheint wohl ein guter Nährboden zu sein. Während nur rund 15 km aufwärts des Neckars in Heidelberg Gruppen wie Advanced Chemistry und später Cora E und die Stieber Twins deutsche Hip Hop-Geschichte schrieben, gilt die „68“ (Postleitzahl von Mannheim) als Geburtsstätte deutschen Drum&Bass in den frühen 90er Jahren, wofür zwei Namen besonders stehen, nämlich Holger „Groover“ Klein und DJ Sascha. Letzterer wurde alsbald von D-Man, dem damaligen Geschäftsführer des Milk, in „Bassface Sascha“ umgetauft, wofür eine Visitenkarte mit der Aufschrift „Bass in your face with DJ Sascha“ die Ursache war. Bassface wurde neben Groover Klein Resident-DJ im Milk und man startete, um der Techno-Republik zu zeigen, dass es noch ein Leben abseits der geraden Bassdrums gibt. Eckpfeiler ihres Stils waren damals UR, Warp, Joey Beltram, UK-Rave und natürlich Breakbeat. Dass gerade der damalige Türsteher des Milk die größte Karriere machen würde, konnten sich die Beteiligten wohl am wenigsten vorstellen. Dafür kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Mensch mit der Physiologie von Xavier Naidoo als Türsteher Erfolg haben konnte. 1993 kehrte man Mannheim den Rücken, der Frankfurter XS-Club wurde zur neuen Heimat auserkoren. Im selben Jahr spielten Groover Klein und Bassface Sascha auf der Mayday das erste Drum-Bass-Set überhaupt bei einem Mega-Rave. Machine Label Night, 5.6k
Machine Label Night, 13.9k
Machine Label Night, 5.6k Das Label Smokin’Drum wurde 1994 von Sascha gegründet, um neuen Gesichtern eine Möglichkeit zu geben, ihren Stuff zu veröffentlichen. Aus diesem Umfeld entwickelten sich Projekte wie unter anderem die Bassline Generation. 1997 begann er mit der Moderation seiner Sendung „Reload“ auf Radio Evosonic, dass ja mittlerweile ganz vom Äther verschwunden zu sein scheint. Vor einem Jahr übernahm er bei HR-XXL „Outbreak“, zu empfangen jeden Freitag zwischen 22.00 und Mitternacht unter www.hr-xxl.de. Neben eigenen Mixes präsentiert er dort vornehmlich nationale DJ’s, von Zeit zu Zeit heißt er aber auch internationale Gäste willkommen, wie zuletzt zum Beispiel DJ Wildchild aus London, eine der wenigen weiblichen Stars der Szene.
Sein Solo-Album „Different Faces“ erschien 1998 als eines der ersten der Art in Deutschland überhaupt. Heutzutage ist er neben seinen Auftritten bei Großveranstaltungen wie der Meditation in Ludwigshafen immer noch in Sachen Smokin’Drum, dessen Sublabel Advanced Biosystems und Machine, seinem neu gegründeten Label mit Sebel aus Berlin, aktiv. Beide lernten sich 1997 im Rahmen der Code + 49-Tour (Vorwahl von Deutschland) kennen. Diese Compilation, gemixt von Tobestar aus München, war damals eine von vielen solcher Zusammenstellungen, die versuchten, den Konsumenten deutschen Drum&Bass näher zu bringen. Sebel, der ursprünglich aus Hamburg stammt, ging 1990 nach Berlin, nachdem er in seiner Heimatstadt schon erste DJ-Erfahrungen in Sachen Hip Hop, Soul und Funk sammelte. 1994 gründete er zusammen mit Apollo und Safari das Elephant Soundsystem, eines der ersten seiner Art in Deutschland. Es folgten Liveauftritte bei den üblichen Großveranstaltungen wie der Love Parade, aber auch beim Jazz-Festival von Montreux. Gleich seine zweite Single „Hit u one time“ auf dem englischen Rude&Deadly-Label verhalf ihm zu ersten Auftritten u.a. mit LTJ Bukem, L-Double und MC Conrad im Vereinigten Königreich. Einem breiteren Publikum wurde er sicherlich auch durch seinen Remix für „Tabula Rasa“ von Mellowbag und Freundeskreis bekannt.

 

Bassface Sascha, 11.2k

 

Vor einem Jahr wurde das Projekt De.Glasklaren alias Sebel & Bassface Sascha auf Machine mit der ersten Veröffentlichung aus der Taufe gehoben. Der Stil ist eindeutig als dirty und Bristol-lastig zu bezeichnen. Gleich die erste Doppel-EP beinhaltete 4 deepe Roller, bestückt mit Samples unter anderem von US3 und George Clinton, welche in Sets wie zum Beispiel von DJ Bailey oder auch Roni Size, DJ Die und Shy FX ihre verdiente Würdigung fanden. Bailey ließ sich ja bei seinem Auftritt im Januar nicht lumpen, und spielte mit „Different Rhythm“ und „Counter Attack“ gleich zwei dieser wahrlich superben Stücke. Im Juni wurde mit „Wonderbra“ ein neuer Floorfiller hinterhergeschmissen, der wirklich in jedes vernünftige Set gehören sollte.
Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Bassline schon so manchem, der bei dem Intro noch an einen gediegenen Jazztune dachte, die Baggies aufs heftigste verrutschen ließ. Ich denke, Bryan Gee, Labelchef von V-Recordings und langjähriger Freund von Bassface Sascha seit den ersten Tagen, hatte seine helle Freude an diesen Tunes. Überhaupt habe ich von beiden bisher noch nichts von diesem unsäglichen Engländer-Gedisse gehört, was bei manch anderen Kollegen, ich nenne nur mal Kabuki (siehe dazu www.ouk.de, 25.Ausgabe), mittlerweile zum Volkssport mutiert ist. Dieses ständige Gejammer darüber, dass die Engländer deutsche Platten blockieren würden, ist eigentlich nur noch peinlich. Wenn die eigenen Produktionen so durchschnittlich sind, dass sie nicht einmal von genug deutschen Konsumenten gekauft werden, dann braucht man sich doch nicht einen imaginären Feind im Dunkeln suchen, in diesem Fall die Engländer. So geschehen bei Makai alias Kabuki und Mainframe die bei ihrer neuen EP bei acht Stücken sechs Langweiler präsentieren, die sich fast nicht voneinander unterscheiden. Zwei Hits wie „Praying Mantiss“ und „Five Elements Ninja“ sind da ein bisschen wenig für knapp 60 DM. Dass Kabuki nach Jahren im Business immer noch versucht, auf so einem niedrigen Niveau zu landen, hätte ich von ihm zumindest nicht erwartet. Aus welchem Grund sollten die Vertriebe auf der Insel gerade deutsche Platten blockieren, während amerikanische Produktionen, die zugegebenermaßen auch nicht mein Geschmack sind, dort zu Massen verkauft werden? Aber dies scheint wohl eine deutsche Eigenart zu sein, dass man Fehler immer zuerst bei anderen sucht.
Machine Label Night, 5.6k
Machine Label Night, 2.7k Am heutigen Abend erwartet uns ein Set bestehend aus einer Reihe eigener Dubplates, Platten von V-Recordings, Full Cycle, No-U-Turn & Virus und darüber hinaus einer Menge mehr. Vielleicht wird ja auch der ein oder andere Amen-Track dabei sein?
Da ich bisher erst Bassface Sascha live gesehen habe, kann ich zumindest für ihn behaupten, dass er einer der technisch besten DJ’s des Landes ist. Ich hoffe, er zeigt an diesem Abend mal wieder die Begeisterung, die er vor einigen Jahren in einem Interview von anderen DJ’s verlangt hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass Sebel ihm in keinster Art und Weise nachstehen wird. Den lokalen Support bestreitet die Ulan-Bator-Crew (siehe auch www.ulan-bator.de), die mit ordentlich Old-School-Flavour das Tanzbein zum Schwingen bringen werden. Also, Trillerpfeifen nicht vergessen und daran denken, rumsitzen könnt ihr auch zu Hause!    Andreas


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last modified: 28.3.2007